Pressemitteilung LSB G8 |
Mit bis zu 36 Wochenstunden Unterricht bleibt nur wenig Platz für weitere Aktivitäten. Allein die hohe Stundenzahl führt dazu, dass die Gymnasien zu Ganztagesschulen ausgebaut werden müssen.
Um außerschulische Angebote noch wahrnehmen zu können, ist es notwendig, in den Rahmen der Lernzeit in der Schule auch die Hausaufgaben einzubinden. Dem achtjährigen Gymnasium muss es gelingen, den Unterricht so zu gestalten, dass die tägliche Schul-, Bildungs- und Lernarbeit weitgehend in der Schule abgeschlossen wird. Nur so können noch Freiräume für außerschulische Angebote in den Bereichen Sport, Kunst, Musik und Kultur wahrgenommen werden. Eine hausaufgabenfreie Schule wäre ein wichtiger Beitrag zur familienfreundlichen Politik.
Mit der Reduzierung der Pflichtinhalte um 1/3 entsteht ein notwendiger Fortbildungsbedarf für die Lehrenden in den Methoden des Verdichtens und Vernetzens von Unterrichtsstoffs und des exemplarischen Lernens. Für zentrale Prüfungen ist zu beachten, dass die Aufgaben aus dem Bereich der Pflichtinhalte gestellt werden.
Der derzeit nur sehr schmale Ergänzungsbereich erschwert die Profilbildung an den Gymnasien. Eine stärkere Rhythmisierung des Unterrichts kann für Projektarbeiten und Epochenunterricht genutzt werden sowie besser den Biorhythmus von Kindern und Jugendlichen während eines Unterrichtstages berücksichtigen.
Die Veränderungen im Gymnasium haben vielseitige Auswirkungen. Der veränderte Ablauf des täglichen Unterrichts und die veränderten didaktisch-methodischen Vorgehensweisen führen dazu, dass sich auch die außerschulischen Einrichtungen und die sozialen Strukturen der Gesellschaft und der Familie verändern.
Ingeborge Schöffel-Tschinke, Vorsitzende
Flurweg 13, 77784 Oberharmersbach