Dr. Annette Schavan MdL Ministerin für Kultus, Jugend und Spo

Auffällige Jugendliche nicht zu Modernisierungsverlierern werden lassen

Rede beim Kongress "Auffälligkeiten im Verhalten

 

Erziehung stärken - Entwicklungen erkennen und fördern"

3. Mai 2004, Heilbronn

 

In unserer Gesellschaft wachsen Kinder heute zum Teil unter Bedingungen auf, die nicht von jedem Kind verkraftet werden. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass Kinder, die Schwierigkeiten machen, vielfach in schwierigen Verhältnissen leben. Sie sind daher Abhängige ihrer Verhältnisse und nicht die Schuldigen für ihr Verhalten. Diese Ausgangslage müssen wir uns klar machen, wenn wir auf die Suche gehen nach adäquaten Lernangeboten, die die Schülerinnen und Schüler in den Schulen wirklich als Hilfe für sich empfinden.

Die Frage, welches "Bild" man sich von einem Kind macht, betrifft zugleich auch die Frage nach dem eigenen Menschenbild. Es ist die Grundlage für die Entwicklung erzieherischer und schulischer Förder- und Unterstützungsangebote. Wir wollen verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche nicht zu Modernisierungsverlierern werden lassen. Niemand muss bei uns seine Talente verstecken.

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Eröffnungsrede Frau Ingeborge Schoeffel-Tschinke Vorsitzende LSB

Warum dieser Kongress?

Kinder und Jugendliche mit Auffälligkeiten in ihrem Verhalten sind meist sensibel, begabt und kreativ, ebenso oft verunsichert, beziehungslos auf der Suche nach Sicherheit und sie verstehende und annhemende Bezugspersonen.
Diese Erkenntnis ist nicht neu. Vor 150 Jahren hat der Arzt und Psychiater Heinrich Hoffmann in seinen "Struwwelpeter-Geschichten" in denen sich Eltern und Kinder damals wie heute wiederfinden, beschrieben.

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